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Donnerstag, 22. Juni 2017

AG Toleranz Belegstellen

Unter dem Dach des Deutschen Imkerbundes gegründete sich im Jahre 2003 die Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT) als eigenständiger Verband. Die Mitglieder kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und den angrenzenden Nachbarländern. Sie sind in Regionalgruppen zusammengeschlossen, die für einen engen Informations- und Erfahrungsaustausch sorgen.

Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, leistungsfähige Honigbienen mit hoher Widerstandskraft gegen die Varroose zu züchten.

Über die allgemeine Prüfpraxis hinaus, beurteilen wir Merkmale zur Varroatoleranz und zur Vitalität der Bienenvölker auf der Grundlage wissenschaftlich fundierter Methoden und einheitlicher Prüfkriterien, wie sie im AGT Methodenhandbuch festgelegt sind.

Ziel der Anstrengungen ist die objektive Auslese besonders hochwertiger Zuchtvölker

aus einer großer Population zu selektieren, um nachhaltige Zuchterfolge zu erreichen.

Die AGT Population umfasst beinahe 2000 Bienenvölker. 

Durch die enge Zusammenarbeit so vieler Züchter und Prüfer wird nachhaltiger Zuchtfortschritt erst möglich.

Alle Daten aus der Leistungs- und Varroatoleranzprüfung werden zum Jahresende erfasst und in einer Zuchtwertschätzung durch das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V. (www.beebreed.eu) verrechnet. Das Ergebnis sind Zuchtwerte und Sicherheiten der Schätzung zu den einzelnen Merkmalen. Sie werden in der AGT Zuchtregistratur ausgewiesen.

Jeder Züchter sucht die Besten seines Materials als Zuchtmütter (2a) für die nächste Generation aus. 

Die Allerbesten werden als Vatervölker (4a) auf AGT Belegstellen oder für die Besamung eingesetzt.

Dabei teilen sich die Belegstellen in zwei Gruppen.

Die „Belegstelle  Erbeskopf“,

       „Belegstelle Hassberge“,

       „Belegstelle Hoher Randen“,

       „Belegstelle Jasnitz“,

      „Belegstelle Norderney“und

       „Belegstelle St. Johann“ 

stellen je Saison Drohnenvölker einer Vaterherkunft (4a) auf.

Bei der „Belegstelle Gehlberg“

 und der  „Belegstelle Hundeluft“

 hingegen  kommen in Jedem Jahr Drohnenvölker von verschiedene -4a- Herkünften zum Einsatz. ( 2016 Gehlberg 90 Drohnenvölker von 7 unterschiedlichen -4a-; Hundeluft 62 aus 9 unterschiedlichen -4a-).

Alle Drohnenvölker werden so geführt, dass sie einem erhöhten Milbendruck ausgesetzt sind.

Wie schon seit längerem nachgewiesen ist , kommen Drohnen,  die von Varroamilben geschädigt worden sind, nicht zur Paarung.

Zusätzlich haben Untersuchungen gezeigt dass bei mehreren -4a- Herkünften  die unterschiedlichen Vatervölker nicht  gleichmäßig bei den Nachkommen der begatteten Königinnen vertreten sind.

So konkurrieren in gewisser Weise die Geschwistergruppen auf den Toleranzbelegstellen „Gehlberg“ und „Hundeluft“ miteinander.

Nimmt man die Selektionsschärfe als entscheidendes Kriterium, schneidet dieser  Weg, mit mehreren Geschwistergruppen auf der Belegstelle, am besten ab. Hier kommt es zu einer scharfen natürlichen Auslese, weil sich die Drohnenvölker genetisch stärker voneinander unterscheiden. Unterschiede in der Anfälligkeit gegenüber Varroa schließen einzelne Drohnenvolkgruppen in Teilen oder gar komplett von der Weitergabe ihrer Gene in die nächste Generation aus.

Vatervölker (4a), die auf den Toleranzbelegstellen zur Aufstellung gelangen, haben überdurchschnittliche Zuchtwerte (A-Körung), insbesondere in den Toleranzkriterien „Anzahl Varroen“ und „Ausräumrate“ und/oder sie sind im Vitalitätstest besonders positiv aufgefallen.

Albrecht Stoß

07.04.2016