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Dienstag, 17. Oktober 2017

AGT-Mitglieder treffen sich zum bundesweiten Praxistag

Am 25. August trafen sich etwa 30 Mitglieder und Gäste der Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT) zum jährlich stattfindenden überregionalen Praxistag. Diesmal hatte das Fachzentrum für Bienen und Imkerei zusammen mit dem AGT-Vorstand nach Mayen eingeladen.

Foto 1) Die Teilnehmer konnten mittels Stereomikroskopen einen spannenden Einblick in von Varroa befallenen Brutzellen nehmen und lernen die verschiedenen Entwicklungsstadien von Varroa zu unterscheiden.

Foto 2) Praxis am Bienenvolk: Die demonstrierten Bewertungsverfahren führten erwartungsgemäß zu regen Diskussionen.

Am 25. August trafen sich etwa 30 Mitglieder und Gäste der Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT) zum jährlich stattfindenden überregionalen Praxistag. Diesmal hatte das Fachzentrum für Bienen und Imkerei zusammen mit dem AGT-Vorstand nach Mayen eingeladen.

Zwei aktuelle Themenblöcke wurden demonstriert und diskutiert: Leistungs- und Verhaltensbewertung direkt am Bienenvolk und das varroasensitive Bruthygieneverhalten (VSH) in einer Mikroskopieschulung.

Albrecht Stoß aus Arnstadt und Johannes Kraus aus Mayen demonstrierten Möglichkeiten der vergleichenden Verhaltensbeurteilung von Sanftmut, Wabensitz oder Schwarmtendenz, sowie die Technik des Nadeltests, der es ermöglicht Unterschiede im Bruthygieneverhalten der Prüfvölker zu erkennen und zu dokumentieren. Hier konnten in den letzten Jahren mit Unterstützung der zentralen Zuchtwertschätzung des Länderinstituts für Bienenkunde in Hohen-Neuendorf deutliche Fortschritte in Richtung Varroatoleranz erzielt werden. Mehr und mehr Völker können jetzt über längere Zeiträume ohne Varroabekämpfungsmaßnahmen gehalten werden.

Unter der Anleitung von Hilda Strasser und Dr. Ralph Büchler aus dem Bieneninstitut Kirchhain konnten jeweils 15 Teilnehmer an Mikroskopier-Arbeitsplätzen Einblicke in varroabefallene Brutzellen nehmen. Gut erkennbar wurden dabei die verschiedenen Nachkommensstadien einzelner Varroafamilien und die aufeinander folgenden Entwicklungsstadien der Bienenpuppen. Unterschiedliche Ausprägungen der Zelldeckel ermöglichten es zu erkennen, ob dieser während der Puppenentwicklung vorübergehend von den Bienen geöffnet wurden, so dass eventuell Milben verspätet eindrangen und erst dann, zu spät, mit ihrer Reproduktion begannen. Die Bewertung der gestörten Milbenreproduktion kristallisiert sich heute mehr und mehr als Auslesekriterium in der Varroatoleranzzucht heraus und kann nach dieser Schulung von weiteren Züchtern angewandt werden.

Vorgestellt wurde auch das neue Königinnenbestellportal der AGT, das es Mitgliedern ermöglicht eigene, hochwertige Zuchtköniginnen tagesaktuell im Internet anzubieten und zu vermarkten.

Abschließend waren sich die Teilnehmer einig, dass der beschrittene Weg der Auslese auf Bienen, die aus eigener Kraft die Varroamilbe bekämpfen, zwar steinig aber lohnenswert ist, denn erste Erfolge werden mehr und mehr sichtbar.

Dr. Christoph Otten

Fachzentrum Bienen und Imkerei, Mayen

 

 

28.09.2017