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Dienstag, 17. Oktober 2017

Belegstellenschutz in Thüringen

Die Haltung und Zucht von Bienen hat in Thüringen eine sehr lange Tradition. Der älteste deutsche Imkerverein gründete sich bereits im Jahr 1837 in Weimar und nur ein Jahr später kam es 1838 zur Gründung des Imkervereins Arnstadt.

Dass diese Vereine sehr interessiert und engagiert auf dem Gebiet der Bienenzucht waren, zeigt auch, das 1850 in Arnstadt die erste „Wanderversammlung deutschsprachige Imker“  abgehalten wurde, die bis heute alle zwei Jahre stattfindet.

Der rege Austausch mit Imkern anderer Regionen und anderer Länder brachte auch den „Belegstellengedanken“ (wahrscheinlich aus der Schweiz stammend) nach Thüringen. So ist es nicht verwunderlich, dass vom Imkerverein Arnstadt 1911 die erste und somit älteste Belegstelle Deutschlands in Gehlberg aufgebaut wurde.

Gehlberg  als Standort, war nicht zufällig gewählt, die geografischen Gegebenheiten und die bienenfreie  Umgebung waren der Grund.

Das wurde auch bei Belegstellen, die später in Thüringen gegründet wurden, immer beachtet.

Erst nach und nach erkannte man, dass der bienenfreie Raum um eine Belegstelle, sieben bis zehn Kilometer betragen muss, um wirkungsvoll zu werden.

1953 kam es zur ersten gesetzlichen Regelung zu Belegstellen und deren Schutzradien

die mehrfach überarbeitet 1995 vom Thüringer Gesetz zum Schutz von Belegstellen für Bienen (Thüringer Belegstellenschutzgesetz - ThürBSSG -) abgelöst wurde.

Im   § 1 heißt dieses Gesetzes heißt es :

(1) „Das Landesverwaltungsamt kann zum Schutz von Belegstellen für Bienen Schutzbezirke durch Rechtsverordnung festlegen…“

In der - Thüringer Verordnung zur Festlegung von Schutzbezirken für Belegstellen von Bienen – wurde ein Radius von sieben Kilometer um jede der Thüringer Belegstellen als Schutzbezirk festgelegt. In der Überarbeitung dieser Verordnung vom 28.11.2005 und 12.04.2017 gab es weitere Präzisierungen. Eine genaue Auflistung der Flurstücke die zum Schutzbezirk einer Belegstelle gehören ,wurde erstellt, wobei alle Flurstücke, die nur zum Teil im sieben Kilometer Radius der Belegstelle lagen, in den meisten Fällen vollständig in den Schutzbezirk aufgenommen wurden.

Im §3 dieser Verordnung vom 12.04.2017 ist weiterhin geregelt: 

§3   Verbote/ Aufstellungsgenehmigung

(1) Innerhalb der Schutzbezirke gemäß §2 ist es verboten, dauerhaft

Bienenvölker zu halten, die der für die Bienenbelegstelle bei ihrer Anerkennung durch den Landesverband Thüringer Imker e.V. festgelegten Zuchtherkunft nicht entsprechen.

(2) Eine dauerhafte Haltung im oben genannten Sinne liegt nicht

vor, wenn die Bienenvölker, die ….., in der Zeit zwischen dem 15. Mai und 15. August eines jeden Jahres aerhalb des Schutzbezirkes untergebracht werden.

Vom Thüringer Landesverwaltungsamt wird angestrebt, das alle Bienenvölker, die nicht zur jeweiligen Belegstelle gehören, während der Belgstellensaison aus dem Schutzbezirk entfernt werden.

Man geht davon aus, dass der Belegstellenbetrieb dem Wohle aller  Imker dient und ein Umsetzen der Bienen für eine gewisse Zeit  - bei der heutigen Magazinbetriebsweise - einen zumutbaren Aufwand darstellt.

Ein jährliches Umweiseln der Völker im Schutzbezirk hätte dem gegenüber klare Nachteile.

Selbst wenn man alle betroffenen Imker mit Zuchtstoff oder Königinnen versorgen würde,

was ist mit den Völkern, die ihre neue Königin nicht annehmen oder später nochmal umweiseln? Werden die ausgesondert oder aufgelöst, wer kann das kontrollieren?

Bei Varroatolerazbelegstellen werden die aufgestellten Drohnenvölker bewusst mit erhöhtem Milbenbefall gehalten, kann das durch die Imker im Schutzbezirk auch gewährleistet werden?

Unsere Belegstellen - und das gilt nicht nur für Thüringen - werden bei allen Anstrengungen immer nur so gut arbeiten können, wie es uns gelingt, ihre Schutzbezirke zu organisieren.

 

Zuchtobmann LV Thr. Imker

A. Stoß

12.10.2017