Sie sind hier: Home
Deutsch
English
Français
Nederlands
Sonntag, 23. September 2018

Bericht aus der Regionalgruppe Rhein-Saar-Lux

Vor genau 15 Jahren wurde die Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT) als eigenständiger Verband innerhalb des Deutschen Imkerbundes gegründet.

Die angeschlossenen Betriebe wurden damals in Regionlgruppen aufgeteilt, um möglichst in enger einheitlicher Zusammenarbeit nach festgelegten Prüfkriterien „Vitale Honigbienen“ zu züchten, die obendrein die klassischen Eigenschaften wie z.B. Sanftmut oder Honigleistung berücksichtigen.

Wir, die Regionalgruppe Rhein-Saar-Lux sind die westlichste Regionalgruppe, vertreten in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland. Zurzeit arbeiten 43 Züchter, einschließlich Prüfer, der Landesverbände Rheinland, Rheinland-Pfalz, Nassau, Saarland und z.T. aus Nordrhein-Westfalen gemeinsam und erfolgreich in dieser Arbeitsgemeinschaft.

Alle vier Landesverbände besitzen ihren eigenen Zuchtobmann, der für die korrekte Dateneingabe in „Beebreed“, Vergabe von Zuchtbuchnummern, Körung von Königinnen usw. verantwortlich ist. Unserer Gruppe steht bisher ein Zuchtobmann als Koordinator vor, der für die praktischen Tätigkeiten wie z.B. Ringtausch zuständig ist und den Kontakt zu den Züchtern pflegt. Da mir seit Jahren die Toleranzzucht eine Herzensangelegenheit ist, ich selbst von Anfang an dabei bin, habe ich diese Funktion seit Anfang des Jahres gerne übernommen.

Die Zuchtbetriebe liegen zum Teil größere Entfernungen auseinander. Deshalb versuchen wir uns bei Veranstaltungen etwa in der Mitte zu treffen. Hier befindet sich auch der Fachbereich Bienen und Imkerei (FBI), das Bieneninstitut Mayen, welches von den Züchtern gerne für Tagungen angenommen wird. Bei der diesjährigen Züchtertagung vom IV Rheinland, wurde von mir die Selektionsmethoden und das Königinnenbestellportal der AGT vorgestellt und um Unterstützung des „Ge Se Bi Projektes“ gebeten.

Schwierig gestaltete sich, wegen großer Entfernungen in den Anfangsjahren der AGT, ein verdeckter Ringtausch von Prüfköniginnen. Man traf sich, gab seine Königinnen ab und bekam Prüfköniginnen, vorerst unbekannter Herkunft zur Prüfung. Nachdem im Winter die Zuchtwerte berechnet waren, wurde der Name des Züchters transparent, eine gute Sache. Weil aber damals nicht alle Züchter, an einem terminierten Tag Königinnen zum Tausch bereitstellen konnten, ist man zu einem offenen Ringtausch übergegangen, der sich in den vergangenen Jahren etabliert hat. So wurden in diesem Jahr 78 Königinnen von 24 Züchter getauscht.

Die Projekttage, die in den vergangenen Jahren im LV Nassau durchgeführt wurden, haben sich nun in die Regionalgruppe verschoben. So fand in diesem Jahr ein Zusammentreffen interessierter Züchter am 12.05.18 bei einem Züchter in Bendorf statt. An dieser Stelle möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass es keine Standschau ist, sondern im Vordergrund des Projekttages stehen die gemeinsame Darstellung der verschiedenen Zuchtparameter und eine anschließende gemeinsame Diskussion, um die Werte auf einen Nenner zu bringen. Die Befallsentwicklung wurde durch einen Puderzuckerschnelltest ermittelt. Mehrfache Beprobungen im Spätsommer und frühen Herbst zeigen uns den Befallsgrad von Milben eines Bienenvolkes an. Bienenvölker, die ohne Behandlung wenige Milben besitzen, sollte man in den Vitalitätstest nehmen. Hilfreich ist die Tabelle: „Varroa-Befallsgrenzwerte für den Vitalitätstest“. Zu oft wird bereits nach einer Messung ein Behandlungsmittel gegen Milben eingesetzt.

Ein weiteres Merkmal, Varroasensitive Hygiene, kurz VSH genannt, wurde an diesem Tag auch angesprochen. Mikroskopische Versuche zeigten Milben verschiedenen Alters.

Seit einigen Jahren, wie auch in diesem Jahr wurde eine Instrumentelle Besamungsaktion mit Frau Winkler aus Hohen Neuendorf überregional durchgeführt. Gerade in der heutigen Zeit ist die instrumentelle Besamung der Bienenköniginnen unverzichtbar, um positive Eigenschaften zu fördern und eine gezielte Auslese zu betreiben. Hierbei kommen Drohnenvölker zum Einsatz, dessen Hauptmerkmal auf einem hohen Zuchtwert in der Varroatoleranz liegt.

Königinnensammeltransporte in den einzelnen Regionen, werden zu verschiedenen Belegstellen seit vielen Jahren zusammengestellt und durchgeführt.

Unsere AGT „Toleranzbelegstelle Erbeskopf“ ist eine Linienbelegstelle im Landkreis Bernkastel-Wittlich, die durch ihre Qualität seitens ihres Managements und Auswahl der Drohnenvölker (In diesem Jahr 20 Geschwistervölker diesjährig FBI Mayen) zunehmen frequentiert wird. 658 Bienenköniginnen wurden zum Begatten angeliefert, von denen 76,7% in Eilage gingen.

Bei den Ausführungen von Kursen „Leistungsprüfung in der Bienenzucht“ wurden nicht nur neue Züchter gewonnen, sondern auch neue Mitglieder in unserer Regionalgruppe. Züchter, die noch nach herkömmlichen Methoden züchten, bitte ich zu überlegen, die Prüfmerkmale der AGT zu übernehmen. Bedeutend zeigen sich hier die allgemeine Vitalität und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten.

 

Siegfried Heuzeroth

Koordinator der Regionalgruppe

Rhein-Saar-Lux

 

 

 

 

 

 

 

13.09.2018