Der Vitalitätstest als wichtiges Werkzeug für die Zuchtarbeit
Auf dem Weg zu vitalen und leistungsfähigen Bienenvölkern, die einen normalen Milbenbefall aus eigener Kraft überleben können, stellt der sogenannte Vitalitätstest ein wichtiges Werkzeug für die Zuchtarbeit dar.
Bei diesem Test werden ausgesuchte Prüfvölker nach Abschluss der Leistungsprüfung ohne jegliche Varroabehandlung weiter beobachtet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Volks- und Befallsentwicklung, sowie die Fähigkeit der Völker, ohne Behandlung zu überwintern. Am Bieneninstitut in Kirchhain wurde der Vitalitätstest bereits in den vergangenen Jahren erfolgreich durchgeführt. Die Ergebnisse aus diesen Tests haben gezeigt, dass Völker, die aus eigener Kraft ohne Behandlung erfolgreich überwintern, deutlich stärker einwintern und einen deutlich geringeren Milbenbefall aufweisen als die übrigen Völker. Daher liefert dieser Test wertvolle Informationen zur Widerstandsfähigkeit der Völker, anhand derer die endgültige Auswahl der Zuchtvölker noch zuverlässiger erfolgen kann. Der Vitalitätstest dient als Bewährungsprobe unter hohem Befallsdruck. Völker, die unter diesen Bedingungen eine hohe Winterfestigkeit aufweisen, sind in besonderem Maße als Zuchtvölker für das Ausleseprogramm der AGT geeignet.
Im Jahr 2009 beteiligten sich im Rahmen des BLE-Projektes zur „Auslese und Verbreitung vitaler Honigbienen“ erstmals auch private Zuchtbetriebe mit ihren Völkern am Vitalitätstest. Ein Ziel dieses Projekts ist es, gemeinsam mit engagierten Züchtern den Vitalitätstest in der Praxis zu erproben und so weiterzuentwickeln, dass er einfach und zuverlässig in die routinemäßige Zuchtauslese eingebunden werden kann. Basierend auf den Erfahrungen der teilnehmenden Züchter aus 2009 und 2010, wurde die Durchführung des Vitalitätstests inzwischen vereinfacht und der Arbeitsaufwand merklich reduziert. Zudem ist es den Teilnehmern zukünftig freigestellt, die Völker im Vitalitätstest nach der letzten Kontrolle zur Einwinterung einer Winterbehandlung im brutfreien Stadium zu unterziehen.
Um die Praxistauglichkeit des Vitalitätstests bis zum Projektende im März 2012 abschließend bewerten zu können, hoffen wir auf die Teilnahme möglichst vieler Züchter im Sommer 2011. Alle Leistungsprüfvölker, die Anfang Juli weniger als 1 % Bienenbefall aufweisen sind für die weitere Beobachtung geeignet. Die Betreuer können auf die Beratung und finanzielle Unterstützung durch das Bieneninstitut in Kirchhain zurückgreifen. Soweit Sie Interesse oder Fragen haben wenden Sie sich bitte an Frau Heidinger (Tel. 06422-940645, Email ina.heidinger(at)llh.hessen(dot)de).





