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Sonntag, 05. Februar 2012

Varroatoleranzprüfung beginnt wieder

Wenn der Winter vorbei ist und die Weide ihre Kätzchen schiebt, beginnt die Varroatoleranzprüfung unserer Prüfvölker!

Zu diesem frühen Zeitpunkt wird der Milbenbefall festgestellt, der sich zu Beginn der Brutsaison in den Völkern befindet. Es sollten nicht viel mehr als 120 Varroen sein, die sich nun fortlaufend vermehren.
Wie gut es einem Bienenvolk gelingt, die Milbenvermehrung zu bremsen, messen wir dann in der ersten Julidekade an einer Bienenprobe.  

Doch zuerst wird der natürliche Milbenfall über einen Zeitraum von 21 Tagen unter den Prüfvölkern aufgefangen und ausgezählt. Die Zählungen erfolgen wöchentlich.
Bei Gitterböden wird vorab der Wintertotenfall entfernt, die Milben sollen ja durchs Gitter fallen können. Anschließend wird die Bodeneinlage eingeschoben.

Sollten schon Ameisen aktiv sein, ist es erforderlich, die Bodeneinlage einzufetten. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Einlage mit Papier zu belegen, das mit einfachem Speiseöl bestrichen wird. Hier bleiben alle Milben liegen.  

Zwei Ereignisse können den Prüfer vor Rätsel stellen. Nach mehreren warmen Tagen finden sich eine Vielzahl Milben auf der Windel, deutlich mehr als im Durchschnitt der anderen Wochen: Die Bienen nutzen die Wärme und reinigen leere Zellen, die bisher nicht belagert wurden. Dabei werden Milben herausgeputzt, die seit der Winterbehandlung abgetötet in den Zellen lagen.
Nach mehreren Flugtagen finden sich dicke Reihen von Gemüll auf der Bodeneinlage. Milben sind kaum noch zu erkennen: Besonders Pollenhöschen, auskristallisiertes Winterfutter und Wachsschuppen werden abgeworfen, wenn das Volk richtig aktiv ist. In solchen Zeiträumen empfiehlt es sich, die Bodeneinlagen in kürzeren Zeitabständen als wöchentlich auszuzählen und zu reinigen.  

Ergebnisse dieses ersten Prüfungsteils sind die Anzahl der Tage (mindestens 21), über die eine Auszählung stattfindet, und die Summe der Varroen, die in diesem Zeitraum auf der Bodeneinlage gefunden werden. Die Höhe des Milbenfalls zeigt auch auf, wie aufmerksam man einzelne Völker weiter beobachten sollte. Eine tote Milbe pro Tag entspricht zu diesem Zeitpunkt etwa 300 Milben im Volk.  

Fällt in den 21 Tagen keine Milbe, war die Winterbehandlung zu wirksam. Statt der Oxalsäurebehandlung mit hoher Wirksamkeit (>90 %) tut es beim nächsten Mal vielleicht eine einfache Milchsäurebehandlung mit mittlerer Wirksamkeit (75 % ).  

09.03.2010