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Montag, 22. Mai 2017

Leistungs- und Varroatoleranz

Unter Leistungsprüfungen in der Tierzucht allgemein werden gezielte Maßnahmen zur Ermittlung der phänotypischen Ausprägungen wertbestimmender Merkmale von Zucht- und Produktionstieren definiert. Auf die Selektion der Honigbiene bezogen bedeutet das die Feststellung von Honigleistung und anderen wirtschaftlich wertvollen Eigenschaften, wie Sanftmut, Wabensitz, Winterfestigkeit, Frühjahrsentwicklung, Volksstärke und Schwarmneigung. Dazu kommen mit zentraler Bedeutung für das Zuchtprogramm der AGT die allgemeine Vitalität und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten.

Bei der Selektion der Honigbiene spielt seit jeher die sog. Feldprüfung als Eigenprüfung beim Züchter die größte Rolle. Die Zuchtrichtlinien des DIB verlangen von anerkannten Züchtern die Prüfung von mindestens 20 Völkern definierter Anpaarung und Abstammung, für Züchtergemeinschaften von mindestens 40 Völkern. Um eine möglichst objektive Beurteilung zu erreichen, werden Prüfgruppen (Geschwisterköniginnen gleicher Anpaarung) bei der AGT auf mehrere Prüfstände verteilt. Dabei können sich, wie in Züchtergemeinschaften üblich, auch nicht-züchtende Imker an der Leistungsprüfung beteiligen. Sie erhalten über den regionalen Ringtausch kontrolliert gepaarte Nachzuchten aus gekörten Völkern der Zuchtbetriebe. Als Gegenleistung liefern sie dem Züchter die Ergebnisse der Leistungsprüfung. Somit können auch kleine Betriebe mit mindestens 8 Prüfvölkern intensiv am Zuchtgeschehen partizipieren. Für viele motivierte Imker ist dies der erste Schritt in Richtung zum anerkannten Züchter.