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Dienstag, 25. September 2018

Die Varroa-Befallsentwicklung

Entwicklung und Kontrolle der Befallsentwicklung im Saisonverlauf

Varroa-Milben parasitieren sowohl die erwachsenen Bienen als auch die Brut. Die Vermehrung findet jedoch nur in der verdeckelten Brut statt. Die Varroa-Weibchen dringen kurz vor der Verdeckelung in die Brutzelle ein und beginnen etwa 70 Stunden später mit der Eiablage.

Der Varroa-Befall steigt in den Völkern daher nur während der Brutphase eines Bienenvolkes an. Im Durchschnitt verdoppelt sich der Befall in etwa alle 3-4 Wochen. Zwischen einzelnen Völkern gibt es jedoch große Unterschiede im Befallsverlauf, abhängig von der Bruttätigkeit des Bienenvolkes, der Menge Brut, der Fruchtbarkeit der Milbenweibchen etc. Besonders interessant sind solche Völker, bei denen der Anstieg des Befalls flacher verläuft als bei vergleichbaren Völkern. Um diese Völker zu finden, wird die Befallsentwicklung mit Hilfe des natürlichen Milbenfalls im Frühjahr und einer Bienenprobe im Sommer beurteilt.

Sobald die Völker genügend Pollen eintragen können, beginnen sie zu brüten. Die Salweidenblüte stellt in vielen Regionen die erste nennenswerte Pollenquelle dar. Sie eignet sich daher gut als Zeiger für den Beginn der Bruttätigkeit in den Völkern und damit dem Beginn der Varroa-Vermehrung. Zu diesem Zeitpunkt wird der Anfangsbefall in den Völkern gemessen. Im Sommer steigt der Befall sehr steil an. Da nach der Sommersonnenwende die Bruttätigkeit der Völker wieder abnimmt, steigt der Anteil der Varroa-Milben, die sich auf den Bienen aufhalten. Mit Hilfe einer Bienenprobe kann man zu dieser Zeit den Befall eines Volkes gut abschätzen. Mit diesen Daten lässt sich statistisch der Befallsverlauf in den verschiedenen Völkern errechnen.

Die Erblichkeit für das Merkmal Befallsentwicklung beträgt nach letzten Berechnungen 24%.

Weiterführende Informationen zur Befallsentwicklung finden Sie in unserem Methodenhandbuch.