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Tuesday, 22. September 2020

Auswirkung von Corona auf die Zuchtarbeit

Auf Grund der Corona – Pandemie gab es insbesondere im Frühjahr etliche Auflagen, die gemeinsame Aktionen mit mehreren Personen erheblich einschränkten. So konnten wichtige Veranstaltungen zur Zuchtarbeit, wie die für den 27 – 28.03.2020 in Ilmenau geplante D.I.B. Züchtertagung, regionale Züchtertreffen und Lehrgänge nicht abgehalten werden. Auch der auf der Belegstelle Gehlberg mit dem internationalen Züchternetzwerk IHBBN geplante AGT Praxistag wurde abgesagt.

Die eigentliche Zuchtarbeit selbst gehört jedoch zu den systemrelevanten Tätigkeiten einer Imkerei und bedurfte deshalb keiner Ausnahmeregelung. Bei allen Arbeiten wurde darauf geachtet, dass die jeweils gültigen gesetzlichen Regelungen beim Zusammensein mehrerer Personen eingehalten werden. Dies galt insbesondere für die Umlarvveranstaltungen, Besamungsaktionen und den Belegstellenbetrieb.

Die Abgabe von Zuchtstoff bei Züchtern und Instituten fand bis auf wenige Ausnahmen im gewohntem Umfang statt. Durch Verlängerung der Zeiten für Umlarvveranstaltungen und zusätzliche Termine, sowie andere organisatorische Maßnahmen (Bestellung der Züchter zu bestimmten Zeiten) wurden größere Ansammlungen von Imkern vermieden. Der Zuchtstoff wurde überwiegend in vorbereiteten, belarvten Zuchtstopfen unter Einhaltung der Hygienerichtlinien abgegeben, so dass alle Personenkontakte auf ein Minimum beschränkt wurden. Ähnlich wurde bei gemeinsamen Besamungsaktionen vorgegangen.

Der Belegstellenbetrieb konnte mit gewissen Auflagen durchgeführt werden. Die Inseln waren zwar bis Mitte / Ende Juni generell für den Publikumsverkehr gesperrt. Für die Belegstellenleiter und deren Hilfskräfte gab es jedoch Ausnahmegenehmigungen durch die zuständigen Landkreise. Sowohl alle vorbereitenden Maßnahmen (Antransport und Kontrolle der Drohnenvölker sowie Aufbau der Schutzhäuser) konnten von jeweils 1 – 3 Personen durchgeführt werden. Auch das Aufstellen, die Durchsicht und Rücksendung der einzelnen Sendungen mit Begattungsvölkchen konnte wie gewohnt erfolgen. Die Anlieferung und Abholung der Sendungen durch die einzelnen Züchter war aber nur zu den angegebenen Sammelstellen (hier wurden teilweise telefonisch die Zeiten vorgegeben) bzw. den Fährstationen am Festland möglich. Bei den Speditionen gab es keine Einschränkungen.

Auf den großen Landbelegstellen wurden weitere organisatorische Maßnahmen ergriffen, um Kontakte zwischen Personen auf ein Minimum zu beschränken:

-          Telefonische Vorbesprechungen im Belegstellenteam zur Aufgabenverteilung

-          Längere Öffnungszeiten bei den Anlieferungs- und Abholungstagen, z. T. mit telefonischer Zeitvorgabe.

-          Zusätzliche Termine für Anlieferung und Abholung

-          Einhaltung der Hygienemaßnahmen bei Anlieferung und Abholung, sowie Aushändigung der Papiere. Auf gut lesbaren Hinweisschildern wurde auf das Einhalten der Vorsichtsmaßnahmen hingewiesen.

-          Die Pflege der Drohnenvölker an den einzelnen Völkergruppen erfolgte durch einzelne Züchter zu unterschiedlichen Zeiten.

Alle durch mobile Besamungsstellen für die Carnica – Züchter in Deutschland geplanten Besamungstermine wurden durchgeführt.

Nach bisherigem Kenntnisstand wurden die Toleranzbelegstellen wie geplant betrieben. Auf der Toleranzbelegstelle Norderney wurde sogar eine Rekordbeschickung von ca. 3500 (Vorjahr 3254) Königinnen erreicht. Auch auf dem Hohen Randen wurden die Vorjahreszahlen um ca. 700 Königinnen überschritten. Auf der am stärksten beschickten Landbelegstelle Königswalde / Bayern wurden ca. 6700 Königinnen angeliefert.

Nach alledem lässt sich zusammenfassend feststellen, dass hinsichtlich des Umfangs der Zuchtarbeit durch Corona keine negativen Veränderungen eingetreten sind

 

F.- K. Tiesler

30.07.2020