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Sonntag, 20. Oktober 2019

Die Jahresplanung der AGT Regionalgruppe Hessen

Bienenzucht ist eine planvolle Angelegenheit, da wird möglichst nichts dem Zufall überlassen. Aus diesem Grund trifft sich die AGT Regionalgruppe Hessen jährlich im Anschluss an die Züchtertagung des LV hessischer Imker, um Ereignisse und Termine der bevorstehenden Saison abzustimmen.

Seit 2 Jahren findet das Treffen in den neuen Räumen des Landesverbandes statt, aber wir gehen auch gerne in die Räume des benachbarten Bieneninstitutes, nämlich zur Auswertung der Zuchtsaison gegen Ende September.

Unsere Gruppe, das sind knapp 20 Züchter und Prüfer, die sehr engagiert neben der üblichen Leistungsprüfung Kriterien zur Varroatoleranz bewerten und über gezielte Anpaarungen mit besten Vätern (4a) versuchen, einen möglichst schnellen Zuchtfortschritt zu erreichen.

Ein Blick in die frisch veröffentliche Zuchtwertschätzung (www.beebreed.eu) zeigt den züchterischen Erfolg der Gruppe: 43 Königinnen überzeugen mit einem Gesamtzuchtwert über 120, unsere beste Königin, die 7-166-33-2017, belegt mit einem GZW von 133 den 10. Platz unter 5841 geprüften Königinnen der Carnica-Hauptpopulation. Die Zuchtregistratur der AGT auf www.toleranzzucht.de weist alle in der Regionalgruppe Hessen geprüften Königinnen aus.

Die meisten Prüfstände der aktuellen Leistungsprüfung zeigen eine erfreulich verlustarme Überwinterung. Überwiegend ist kein oder nur ein Volk als Ausfall zu beklagen. Nur auf 3 von 20 Prüfständen gibt es empfindliche Verluste.

In den nächsten Wochen stehen verschiedene gemeinsame Aktivitäten auf dem Programm. Am ersten Mai-Wochenende wollen wir beim Praxistag auf dem Prüfstand Münz die Bewertung der Prüfvölker aufeinander abstimmen und unsere „Küken“ in die Geheimnisse der Leistungsprüfung einweihen.

Gleich darauf, am 11.05., findet der Praxistag zusammen mit dem LHI in der Stadthalle Langen statt. Zwei Vorträge zu den Themen „Königinnenaufzucht“ (IM Wolter, Mayen) und „Leistungsprüfung“(IM Ahrens, Würzburg) geben den wichtigen theoretischen Input. Am Nachmittag wird der Prüfstand Edelmann gemeinsam bewertet.

Voraussichtlich organisiert sich ein eigener Inseltransport im Juni, bei dem die Begattungskästchen mehrerer Züchter gesammelt und zur Hochzeitsreise auf eine Nordseeinsel gefahren werden. Für den gleichen Monat ist eine Besamungsaktion schon fest geplant, um rund 200 Königinnen mit den Drohnen von zwei ganz vorzüglichen Herkünften zu vermählen.

Die frühen Termine für Begattung und Besamung sind Voraussetzung, um dann Mitte Juli den Ringtausch der Regionalgruppe mit ausgereiften Jungköniginnen umzusetzen. Rund 100 Königinnen werden da untereinander getauscht, damit sie ihre Leistung und Eigenschaften auf den Prüfständen in der Fremde zeigen.

In der letzten ausgewerteten Periode, den Königinnen aus dem Jahr 2017, haben wir 152 Königinnen verschickt und dafür eine ausgesprochen gute Quote von 86% erfolgreichen Prüfabschlüssen erzielt.

Eine ganz neue Herausforderung steht uns mit dem neuen Projekt „SMR-Selektion“ bevor.  Da wollen wir Kleinvölker von Königinnen, die mit einem bzw. vier Drohnen besamt wurden, auf die Eigenschaften SMR und Recapping prüfen. Während SMR die „ordnungsgemäße“ Milbenvermehrung parallel zur Bienenpuppenentwicklung meint, bezeichnet Recapping das Öffnen und Wiederverdeckeln von Brutzellen. Beide Kriterien beeinträchtigen die Vermehrung der Milben in den Brutzellen. Ihre Berücksichtigung in der Toleranzzucht verspricht eine Beschleunigung unserer Arbeit auf dem Weg zu einer Biene, die die Milbenvermehrung besser unterdrücken kann.

Dirk Ahrens, Koordinator der AGT Regionalgruppe Hessen

07.03.2019