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Sonntag, 20. Oktober 2019

Neue Wege der AGT

Im Jahr 2003, also vor über 15 Jahren, gründete sich die Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT) als eigenständiger Verband unter dem Dach des Deutschen Imkerbundes, mit dem Ziel, leistungsfähige Honigbienen mit hoher Widerstandskraft gegen die Varroose zu züchten.

Auf der Grundlage wissenschaftlich fundierter Methoden haben wir uns auf einheitliche Prüfkriterien verständigt. Über die allgemeine Prüfpraxis hinaus beurteilen wir Merkmale zur Varroatoleranz und zur Vitalität der Bienenvölker.

Dabei wurden und werden ständig neu Erkenntnisse in unsere Prüfarbeit übernommen.

In den letzten Jahren wird das so genannte VSH-Verhalten (Varroa sensitive Hygiene) – es beschreibt die Eigenschaft von Bienen gezielt Milben aus der Bienenbrut auszuputzen – und das (Recapping)        - Öffnen und spätere Wiederverschließen von verdeckelten Brutzellen, in denen sich die Milben vermehren - als weitere mögliche Resistenz-Mechanismen angesehen.  

Deshalb sollen VSH wie auch Recapping zukünftig stärker in die Prüfarbeit der AGT einfließen.

Hierzu werden Waben von Bienenvölkern, die überdurchschnittliche  Varroazuchtwerte in der Zuchtwertschätzung erreichen, gezielt auf VSH und  Recapping untersucht.

Von den Völkern, die bei dieser Untersuchung besonders positiv auffallen, werden Königinnen nachgezogen (ca. 10 Stück je Geschwistergruppe).  Jede Königinnen dieser Gruppen wird  dann mit jeweils nur einem Drohn aus einer anderen Gruppe instrumentell besamt. Selbstverständlich sind diese Königinnen nicht für den Aufbau von Wirtschaftsvölkern geeignet.

Sie werden in  „Mini-Plus“ - Völker eingesetzt und gezielt mit Varroamilben infiziert. Brutwaben aus diesen Einheiten können dann auf VSH und  Recapping untersucht werden und von den Königinnen mit den besten  Ergebnissen, kann noch im selben Jahr eine Nachzucht erfolgen, die dann wiederum an der Leistungsprüfung teil nimmt.  Bei einer Reihe von Versuchen hat sich gezeigt, dass „Eindrohnen“ besamte Königinnen auch sehr gute Chancen haben im „Mini-Plus“ zu überwintern.

Es wird vorgeschlagen, die zusätzliche Prüfarbeit in den Regionalgruppen zu organisieren und die Aufzucht der Königinnen und Betreuung der Mini-Plus-Einheiten auf mehrere Imker zu verteilen.

Die Untersuchung der Brutwaben in Gruppen von mehreren Personen, unter fachlicher Anleitung hat sich in der Praxis schon mehrfach bewährt.

Fachliche Unterstützung und die Ausstattung mit Arbeitsgeräten kann beim Vorstand der AGT angefragt werden.

Es wäre schön, wenn sich viele Züchter und Imker, ob sie  Mitglied der AGT sind oder nicht an diesen neuen Prüfmethoden beteiligen würden um dem Ziel, vitale, varrotolerante Bienen zu halten näher zu kommen.

 

Albrecht Stoß

 

 

 

17.01.2019