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Projekttag der Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht am 28.06. 2025 in Münster

Auf Einladung von Frau Dr. Marika Harz, Referentin für Bienenkunde und Leiterin des Bieneninstituts Münster, das in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, fand der diesjährige Projekttag der Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT) am Samstag, den 28. 06., in der Landwirtschaftskammer NRW in Münster statt.

Am Vorabend der Veranstaltung gab es für bereits angereiste Teilnehmer die Möglichkeit, an einem gemeinsamen Abendessen im Gasthaus der Altbierbrauerei „Pinkus“ teilzunehmen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, sowie einige Referenten der Veranstaltung persönlich kennenzulernen. Am folgenden Morgen begann der offizielle Teil des Projekttags mit einer kurzen Begrüßung durch den AGT-Vorsitzenden und DIB Zuchtbeirat, Herrn Leo Famulla, bevor Frau Harz über die wechselvolle Geschichte des Instituts in den letzten 100 Jahren, sowie das Aufgabenspektrum, damals wie heute, vortrug. Anschließend berichteten Herr Famulla, Herr Dr. Gilbert Nöll, Leiter der AGT-Regionalgruppe Westfalen-Lippe seit 2023, und Herr Dr. Ralph Büchler, Leiter des Bieneninstituts Kirchhain a. D., über aktuelle Entwicklungen und Ergebnisse der AGT. Ein zentrales Anliegen ist die Stärkung bzw. (Wieder)belebung der AGT-Regionalgruppe Westfalen-Lippe. Im Vergleich zu anderen AGT-Regionalgruppen fehlt es in Westfalen-Lippe derzeit leider an aktiven Züchtern, die bereit sind, durch gemeinsame Aktivitäten einen wichtigen Beitrag zum Zuchtfortschritt im Hinblick auf Varroatoleranz zu leisten. Dieser Entwicklung, die sicher nicht das hohe Potential der gut ausgebildeten Züchter in Westfalen-Lippe widerspiegelt, möchte die AGT gerne gegensteuern, denn es wäre schade, wenn der weitere Weg hin zu Varroa-resistenten Bienen ohne einen Beitrag dieser Züchter beschritten werden würde. Um das Interesse an der Zuchtarbeit nach den Richtlinien der AGT zu wecken, stellte Herr Nöll mögliche gemeinsame Aktivitäten einer Regionalgruppe vor, die sowohl Interessierten den Einstieg in die Zuchtarbeit erleichtern als auch erfahrenen Züchtern ein besseres Vorankommen ermöglichen könnten. Dabei handelt es sich unter anderem um Treffen zu Beginn (Planung) und nach Abschluss der Zuchtsaison (Jahresrückblick), den Austausch von Zuchtmaterial, Sammeltransporte zur Beschickung von Inselbelegstellen, gemeinsame Besamungsaktionen, die gegenseitige Prüfung von Zuchtköniginnen im Ringtausch, sowie Praxistage mit Standbegehung und gemeinsamer Beurteilung von Prüfvölkern, Erfahrungsaustausch, Weiterbildung, etc..  Interessierten Imkern steht auf der AGT-Homepage (www.toleranzzucht.de) umfangreiches Informationsmaterial (u. a. ein Methodenhandbuch) zur Verfügung. Dort können auch Ansprechpartner für die einzelnen Regionalgruppen, sowie für die AGT allgemein inklusive Kontaktdaten gefunden werden. Über die Zuchtregistratur können Züchter im näheren Umkreis gefunden werden, die oft auch Zuchtmaterial abgeben. Wer nicht selbst züchten möchte, kann über das Königinnenverkaufsportal Königinnen von erfahrenen AGT-Züchtern zu moderaten Preisen beziehen. Außerdem veröffentlicht die AGT-Mediengruppe unter Leitung von Herrn Mike Bandte regelmäßig wertvolle Beiträge zum Thema Toleranzzucht in den sozialen Medien.

Anschließend gab es eine Mittagspause mit einem gemeinsamen Essen das, wie auch die übrige Verpflegung während der Veranstaltung, vom Freundeskreis APIS e.V. gesponsert wurde, bevor es in Fahrgemeinschaften zur Besichtigung des aktuellen Prüfstands des Instituts ging, der von Herrn Lars Meyke betreut wird. Nach einem ausgiebigen fachlichen Austausch vor Ort kehrten die Teilnehmer wieder in den Sitzungssaal der Landwirtschaftskammer zurück, wo Herr Werner Gerdes die VaKoFangwaabe präsentierte und gemeinsam mit Frau Harz und Frau Vera Poker ein Pilotprojekt für den Praxistest dieses Systems vorstellte. Danach fand bei Kaffee und Kuchen die Abschlussdiskussion unter reger Beteiligung der Anwesenden statt. Schließlich bedankten sich die Teilnehmer des Projekttags bei Frau Harz und ihrem Team für die gelungene Veranstaltung, die wie geplant gegen 17:00 Uhr geschlossen wurde. Anschließend führten einige Teilnehmer ihre angeregten Diskussionen noch auf dem Parkplatz der Landwirtschaftskammer fort, bevor sich auch der letzte auf den Heimweg machte.

Autor: Gilbert Nöll

 

 

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