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Untersuchung von Milbenreproduktion und Recapping findet zunehmend Beachtung

Auch in der Prüfsaison 2023 haben viele Züchtende die Resistenzmerkmale SMR/MNR und REC in ihren Prüfvölkern erhoben. Die AGT förderte dabei über 300 solcher Untersuchungen, die durch zentrale Auswertungsstellen durchgeführt wurden.

Der große Vorteil der gebündelten Auswertung liegt in einer höheren Zeiteffizienz und Genauigkeit, da die Brutuntersuchung neben entsprechenden Mikroskopen auch viel Zeit und Übung erfordern. Durch das Einsenden von gefrorenen Brutwaben wird der Aufwand für die Züchtenden gering gehalten, dennoch können zusätzliche Prüfwerte zurückgemeldet werden. Ergänzend zu Nadeltest und Befallsanstieg über die Saison, bieten die Werte für SMR/MNR, REC und Brutbefall dabei weitere Anhaltspunkte für die Ausrichtung der Resistenzzucht. REC-Werte werden hierbei meist als Anteil der wiederverdeckelten Zellen an allen untersuchten Zellen („RECall“ oder „Recapping“) und als Anteil der wiederverdeckelten Zellen an den befallenen Zellen („RECinf“ oder „Recapping infiziert“) angegeben. Der letztere Wert („RECinf“) ist dabei ausschlaggebend, da auf das Erkennen von befallenen Zellen selektiert werden sollte. Außerdem ist das Öffnen aller Zellen („RECall“) im Gegensatz zu diesem Wert positiv mit dem Varroabefall korreliert, wodurch die Rohwerte verzerrt werden könnten. Insgesamt werden die Werte in einzelnen Völkern stark von äußeren Faktoren beeinflusst, weshalb sie erst im Rahmen einer standardisierten Prüfung (inkl. Fremdprüfung) mit anschließender Zuchtwertschätzung ihre volle Aussagekraft entfalten. Insbesondere die Zuchtwertschätzung, die durch das LIB Hohen Neuendorf etabliert wurde und seit 2022 auch für SMR und REC jährlich durchgeführt wird, spielt dabei eine tragende Rolle. Die AGT unterstützt in 2024 weiterhin die Brutuntersuchung für leistungsgeprüfte Völkern, Details hierzu können unter www.toleranzzucht.de erfragt werden. Darüber hinaus findet die Auswertung von SMR/MNR und REC zunehmend öffentliche Beachtung, sodass z.B. in Bayern, Thüringen und Hessen auch weitere Fördertöpfe genutzt werden können.

Martin Gabel

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